Über Jahrhunderte schufen sich die Habsburger und Habsburgerinnen mit der Kapuzinergruft einen eindrucksvollen Gedenkraum. Kaiserinnen und Kaiser wurden – je nach Zeitgeschmack – in geradlinigen Truhensarkophagen der Spätrenaissance, in bauchigen, üppigst geschmückten Barockkunstwerken oder schlichten, nüchternen Kupfersärgen der josephinischen Zeit bestattet.
Dabei wurde nicht jedes Detail der Särge so gestaltet, dass es von Besuchern und Besucherinnen wahrgenommen werden kann. Erst seit 1717 war die Gruft öffentlich zugänglich und so waren beispielsweise die Särge von Kaiserin Anna, der Gründerin, und ihrem Gemahl Kaiser Matthias lange Zeit vor den Augen der Bevölkerung verborgen – und bleiben das eigentlich bis heute, denn die feinen Ziselierungen auf den Särgen sind aus der Weite gar nicht zu sehen.
In dieser Führung widmen wir uns der Bedeutung von Löwen, Reihern und Adlern, von Öllämpchen und Ranken, gehen auf die Suche nach winzigen Details und versteckten Bildern. Auf, unter und hinter den Sarkophagen verbergen sich Symbole, die entdeckt werden wollen.